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Was bedeutet PL für ihren Hund???


Da es 4 Schweregrade gibt, kann es sein, dass ihr Hund mit einer leichten PL (PL1) uralt wird und außer dem -  ab und zu hüpfen auf drei Beinen -  nie Probleme hat. Auch schwerere Grade bleiben oft unbemerkt. Es ist also kein Drama für sie als Hundebesitzer, wenn sie erkennen müssen, dass ihr Hund hinkt oder eine PL diagnostiziert wird.
Doch es ist ein Drama, wenn diese "Erbkrankheit" mit in die Zucht kommt. 
Es ist klar, dass ein Züchter darauf achten sollte, nur gesunde Hunde in die Zucht zu nehmen, doch das bedarf regelmäßiger kontrollierter Untersuchungen über Generationen hinweg. Viel Arbeit !
Da zieht der Züchter X sich seinen Welpen groß, bringt ihn auf Ausstellung und hat dann seinen "zuchtfähigen Hund". Die Zucht kann beginnen ! - Nun könnte der Züchter auch seinem Hund noch auf verschiedene Erbkrankheiten untersuchen lassen (ist nicht vorgeschrieben), um sicher zu stellen, wirklich alles bedacht zu haben. 
Ist der Hund gesund, hat der Züchter wirklich fast alles erdenkliche getan (Er könnte auch seine Hundefamilien über Jahre kontaktieren, um auch bei den Welpen seiner Zucht Krankheitsauffälligkeiten zu beobachten) !!!!! Wäre nun dieser Hund nicht gesund, würde er aus der Zucht rausgenommen werden - 1 Jahr "umsonst investiert" (der Hund ist ja eine Sache und somit ein Produkt). Wer will das schon ??? So unwirtschaftlich kann nur der absolute, idealistische Träumer denken ! Oder wäre das doch nur ZUCHT?

Allgemeine Informationen
  Das Problem Patellaluxation existiert bei fast allen Klein- und Zwerghundrassen und ist wohl genauso verbreitet, wie die HD (Hüftgelenksdysplaxie) bei den großen Rassen. Das Problem Patellaluxation oder Kniescheiben-Verrenkung ist ein sehr schwieriges züchterisches Thema, ich wünschte, wir könnten es aus der Welt zaubern, aber leider ist dies eine züchterische Herausforderung, die meiner Meinung nach noch Generationen zur Bewältigung benötigt, wenn wir es überhaupt 100%ig ausmerzen können. Wie viele andere Züchter befasse ich mich eingehend damit und sauge jede Information in mich auf, derer ich habhaft werden kann.

Meiner Meinung nach kann heute kein einziger Züchter bei Abgabe eines Welpen garantieren, einen patellaluxationsfreien Welpen gezüchtet zu haben. Er kann nur sagen, dass die Eltern oder Großeltern, etc. bis ins hohe Alter patellaluxationsfrei sind oder waren und evtl. dass der Hund zum Zeitpunkt der Übergabe patellaluxationsfrei ist. Leider ist es auch so, dass selbst patellaluxationsfreie Eltern, meinetwegen sogar Großeltern, keine garantiert patellaluxationsfreien Welpen zeugen, umgekehrt allerdings auch. Die Behauptung "Patellaluxationsfreie Zucht" ist daher zu hinterfragen, da meist nur patellaluxationsfrei bis zur ersten Untersuchung mit 12 oder 18 Monaten gemeint sein dürfte.

Woran es liegt, dass manche Hunde bereits im Welpenalter stark betroffen sind, und andere erst in spätem Alter nur eine leichte Ausprägung bekommen, weiß man nicht so genau, vermutlich sind es verschiedene Ursachen , es liegt aber meiner Meinung nach nicht an der Schonung oder Belastung. Es besser, dafür zu sorgen, dass der Hund genug Muskelgewebe bildet, anstatt ihn zu schonen da die Muskeln wenigstens dem Gelenk im Fall der Fälle Halt geben, wenn schon das Bindegewebe oder der Knochenbau zu schwach ist. Beim Menschen ist es mit der Rückenmuskulatur und den Bandscheiben nicht anders. Allerdings ist auch eine Überbelastung des Welpen zu vermeiden, also kein hartes oder forciertes Training, aber eben auch keine übertriebene Schonung. Stattdessen sollte dem Welpen ermöglicht werden, sich ausreichend nach Lust und Laune zu bewegen.

Die Problematik scheint ähnlich wie die HD bei großen Hunden, allerdings ist sie wahrscheinlich züchterisch noch schwieriger in den Griff zu bekommen, da sich Patellaluxation oft erst nach einigen Jahren auftritt. Außerdem sind sich immer noch viele Züchter der Problematik nicht bewusst, da sie davon ausgehen, dass ein Hund, der mit 12 bis 18 Monaten auf Patellaluxation untersucht wurde und ohne Befund war, dies auch zeitlebens bleibt, zum Teil sind auch Tierärzte dieser Ansicht. Dies ist jedoch keinesfalls so, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Außerdem zeigt der Hund, der nach 18 Monaten nur Patellaluxations 1 oder 2 entwickelt ja keine augenscheinlichen Auffälligkeiten. Andere Züchter wiederum handeln nach der "Vogel Strauss"-Politik oder es wird totgeschwiegen. Es ist also nicht so einfach.

Warum ist das Problem so schwierig in den Griff zu bekommen?

Zum einen liegt dies daran, dass die Patellaluxation auch noch in hohem Alter auftreten kann, d.h. Tiere können unter Umständen bis zum 7. Lebensjahr patellaluxationsfrei gewesen sein und dann auf einmal haben sie doch Patellaluxations 1 oder 2 auf einem oder beiden Beinchen, d.h. sie haben es schon immer in den Genen getragen und diese wahrscheinlich auch an die Nachkommen weitergegeben.

Zum anderen sind selbst Tierärzte oft nicht in der Lage sicher Patellaluxations 1 festzustellen. Es bedarf einer speziellen Ausbildung dazu und entsprechender Erfahrung.

In erster Linie wird die Patella palpatorisch untersucht, dass heißt, die Hinterbeinchen werden sehr gründlich in alle Richtungen im Stehen und im Liegen abgetastet, dass Beinchen wird dabei in alle Richtungen hin und her bewegt, wobei eine Hand die Position der Kniescheibe tastet. Für den Fall, dass nichts zu tasten ist, kann man zur Sicherheit zusätzlich eine Röntgenaufnahme machen, da sieht man aber nur, ob die Rollkämme tief genug ausgeprägt sind bzw. ob die Gelenke bereits abgenutzt sind (letzteres dürfte aber in der Regel auch Lahmheit mit sich bringen und sowieso sichtbar sein). Oft sind auch schwache Bänder und Sehnen, die man ja in der Röntgenaufnahme nicht sieht bzw. Achsenfehlstellung der Hinterbeine, was man auch durch bloßen Augenschein sieht, die Ursache. So würde eine Röntgenaufnahme im Falle von korrekten Rollkämmen patellaluxationsfrei ergeben, obwohl man palpatorisch Patellaluxation 1 oder 2 feststellen könnte. Es muss also unbedingt zunächst palpatorisch untersucht werden, eine Röntgenaufnahme ist zur Sicherung des Ergebnisses "patellaluxationsfrei" nicht schlecht, da umgekehrt Fälle auftreten, die palpatorisch patellaluxationsfrei sind und im Röntgenbild zumindest der Verdacht besteht, dass sich noch eine Patellaluxation bilden könnte, falls die Rollkämme schwach ausgebildet sind, so dass man diese Fälle besonders im Auge behalten müsste.  

Patellaluxation
Die Luxation der Kniescheibe ist eine der häufigsten Kniegelenkserkrankungen bei Klein- und Zwerghunderassen.

Genetisch bedingte Patellaluxationen luxieren zu 75-80% nach innen und betreffen hauptsächlich Miniatur- und Zwerghunderassen.

Bei 20-25% der angeborenen Patellaluxationen handelt es sich um eine Luxation nach außen, von denen überwiegend Hunde mittlerer und großer Rassen betroffen sind.

Gradeinteilung der Pat. Lux nach Singleton (1969) und Putnam (1968):

Grad 0
Patella nicht luxiert, nicht luxierbar
Grad 1 Die Kniescheibe kann in Beuge- und/oder Streckstellung durch manuellen Druck verlagert werden. Ein Einstellen des Druckes führt zur spontanen Reposition.
Grad 2 Die Kniescheibe kann durch manuellen Druck oder durch Beugung und/oder Streckung des Kniegelenks durch den Untersucher oder des Tieres selbst luxiert werden. Die Kniescheibe bleibt luxiert und erst durch Druck oder aktives Beugen und Strecken durch den Untersucher oder des Tieres selbst erfolgt eine Reposition der Patella.
 Grad 3 Die Kniescheibe ist ständig verlagert. Sie kann durch Druck in ihre normale Stellung gebracht werden. Ein Einstellen des Druckes bewirkt ein erneutes Luxieren der Patella.
 Grad 4  Die Kniescheibe ist ständig verlagert. Eine Reposition ist nicht möglich.

 

Die Untersuchung wird im Stehen oder in Seitenlage durchgeführt, ist eine rein manuelle Untersuchung unter Beugung und Streckung des Hinterbeines und ist völlig schmerzfrei.

 

Quellverzeichnis: über
fhda.com/
www.lhasa-apso.org/articles/luxation.html
home.swipnet.se/~w-33901/patella.html

Die Patellaluxation ist mit Sicherheit eine erbliche Sache. Allerdings weiß man bis heute nicht, wie der Erbgang genau abläuft. Es ist auch nicht endgültig geklärt, vermutlich handelt es sich um einen polygenen rezessiven Erbgang, d.h. mehrere Gene sind beteiligt und treten nur zu Tage, wenn der Partner das gleiche Gen weitergibt. Ob es verschiedene Arten von Patellaluxation gibt, die verschiedene genetische Ursachen haben könnten, z.B. flacher Rollkamm, weiches Bindegewebe, Fehlstellung der Beinachse, zu gerader (brettgerader) Rücken mit hoch angesetzter Rute (im Standard vorgeschrieben) etc., ist nicht erforscht, obwohl dies aufgrund der bisherigen Erkenntnisse mehr und mehr anzunehmen ist.

Es gibt z.B. auch eine Untersuchung, die eine im Laufe der Jahre durch Mikroverletzungen erworbene (also nicht genetisch bedingte) Patellaluxation  bei Zwerghunden als Ursache annimmt, die die Patella erst im Alter von mehreren Jahren in leichtem 1-2 Grad luxieren lässt, siehe dazu unter folgendem link: http://www.offa.org/plcat.html.

Diese Vermutung wurde bisher von Tierärzten nicht so gesehen und auch nicht bestätigt, als erworbene Patellaluxation wird bislang nur eine Luxation infolge schwerer Verletzung gewertet. Die Annahme einer erworbenen Patellaluxation aufgrund von Microverletzungen müsste meines Erachtens erst einmal durch Nachzuchtkontrolluntersuchungen gefestigt sein, bevor man sich züchterisch auf eine bloße Annahme stützt. Auch dazu würde sich die Zuchtwertschätzung anbieten.

Bisher wird auch nur nach Graden unterschieden, nicht aber nach Ursachen. Andere führen das Problem auf falsche Ernährung zurück oder mangelnden Auslauf im Welpenalter.

Bei Zwerghunden hat man jahrelang auf Hündinnen selektiert, die leichte Geburten haben, was durch ein weiches Bindegewebe begünstigt wird. Leider ist ein schwaches Bindegewebe mit eine Ursache für Patellaluxation.